Darmerkrankungen - die unterschätzte Gefahr?

Ein gesunder Darm ist eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit unseres Körpers. Wenn man bedenkt, dass rund 80% unseres Immunsystems im Darm angesiedelt ist, kann sich jeder vorstellen, wie wichtig ein funktionierender Darm für unseren Organismus ist.

Funktionelle Darmerkrankungen

DarmerkrankungenFunktionelle Beschwerden im Magen/Darmbereich zeichnen sich durch Symptome aus, die medizinisch nicht abgeklärt werden können. Der Reizdarm ist eine der häufigsten funktionellen Darmerkrankungen. Typische Symptome sind Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Stress verschlechtert die Beschwerden. Bevor die Diagnose Reizdarm gestellt werden kann, müssen alle anderen Ursachen für eine Darmerkrankung ausgeschlossen werden.

Die Ursachen für eine Reizdarm-Erkrankung sind wissenschaftlich bisher nicht sicher belegt. Es kann sich um eine Störung der lokalen Immunfunktion handeln aber auch um eine krankhafte Darmperistaltik, also eine Mobilitätsstörung. Es wird vermutet, dass auch ein Ungleichgewicht im Serotonin-Haushalt der Auslöser sein kann. Die Betroffenen nehmen dadurch ihren Darm stärker wahr und empfinden die Beschwerden und Symptome schlimmer als andere Menschen.

Stress kann der Auslöser einer Darmerkrankung sein

Akuter oder chronischer Stress führt nachweislich zu funktionellen Störungen im Magen/Darmbereich. So können Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Abneigung gegen bestimmte Speisen und Sodbrennen auf einen Reizmagen hinweisen, der durch Stress verursacht wird. Die Behandlung von funktionellen Symptomen ist schwierig und der Patient muss Jahre, manchmal Jahrzehnte mit seinem unangenehmen Leiden zurecht kommen.

Welche Behandlung kann helfen?

Zunächst einmal die gute Nachricht. Auch wenn ein Reizdarm und ein Reizmagen unangenehm sind und die Lebensqualität einschränkt, so sind sie keine gefährlichen Krankheiten. Die schlechte Nachricht lautet: Die Behandlung ist oft schwierig und führt meistens nicht zum gewünschten Erfolg.

Magen-Darm-TeeEine gezielte Ernährungsumstellung kann eventuell Linderung bringen, da häufig eine Nahrungsmittelüberempfindlichkeit besteht. Auch Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder Meditation können hilfreich sein. Tee aus Anis, Kümmel und Fenchel bringen Ruhe und Entspannung in den überforderten Magen-Darm-Trakt.


Chronische Darmerkrankungen

Morbus Chron und Colitis ulcerosa gehören zu den am meisten verbreiteten entzündlichen Darmerkrankungen. Fast immer treten sie schubweise auf. Beschwerden in der entzündlichen Phase wechseln sich mit beschwerdefreien Intervallen ab. Die Entstehung einer entzündlichen Darmerkrankung kann nicht gesichert diagnostiziert werden. Auch eine Heilung ist nach dem jetzigen Kenntnisstand nicht möglich.

  • Morbus Chron


Bei dieser Darmerkrankung können alle Abschnitte des Magen-Darm-Traktes betroffen sein. Die Ausbreitung der entzündlichen und gesunden Darmabschnitte verläuft nicht gleichmäßig. Gesunde und befallene Gewebeteile wechseln sich häufig ab. Eine gefährliche Tendenz ist dann gegeben, wenn sich Gänge in benachbartes Gewebe bilden, die mit Fisteln und Abszessen einhergehen.

Morbus Chron ist eine gefährliche Darmerkrankung, die während eines akuten Schubs zu Bettruhe zwingt oder sogar einen Krankenhausaufenthalt nötig macht. Ein akuter Schub bereitet heftige Bauchschmerzen und häufigen Durchfall. Der Betroffene fühlt sich schwach und verliert stark an Gewicht.

Die Gefahr an Morbus Chron zu erkranken betrifft Männer und Frauen gleich häufig.

  • Colitis ulcerosa


Auch diese Darmerkrankung verläuft schubweise, ist allerdings auf den Dickdarm beschränkt. Die Entzündung breitet sich gleichmäßig im Dickdarm aus. Vor allem die oberflächlichen Schleimhautschichten sind betroffen. Es entstehen leicht blutende Geschwüre. Die Krankheit zeigt sich durch blutigen Stuhl, schwere Bauchschmerzen und Durchfälle.

Ebenso wie bei Morbus Chron muss hier von einer schweren Erkrankung im Magen-Darm-Bereich gesprochen werden, die chronisch verläuft. Hat der Betroffene einen Schub, fühlt er sich schwer krank und schwach. Bettruhe oder ein Krankenhausaufenthalt ist dann angeraten.

Besonders junge Erwachsene zwischen dem 16. und 25. Lebensjahr sind davon betroffen. Aber auch ältere Erwachsene und sogar Kinder kann diese Krankheit erfassen.

DarmwohlbefindenDarmerkrankungen verursachen Veränderungen im ganzen Körper

Bei den schweren entzündlichen Darmerkrankungen kommen bei vielen Patienten zusätzlich Veränderungen in den Gelenken, den Augen und der Haut vor. Selbst die Leber und die Gallenwege können betroffen sein. Der Leidensdruck wird durch die vielfältigen Symptome immer größer.

Welche Ursachen sind bei der Entstehung entzündlicher Darmerkrankungen involviert?

Die Krankheitsursache ist bei chronischen Darmerkrankungen bis heute nicht geklärt. Es handelt sich zwar nicht um typische Erbkrankheiten, dennoch meinen einige Wissenschaftler, dass es Gene gibt, die zumindest eine Krankheitsbereitschaft signalisieren.

Es sieht so aus, als bestehe eine Fehlfunktion des Immunsystems. Auch falsche Ernährungsgewohnheiten können eine Darmerkrankung hervorrufen. Viele Betroffene zeigen bei manchen Lebensmitteln eine starke Unverträglichkeit. Rauchen und psychischer Stress sind ebenfalls Gründe, die das Krankheitsbild negativ beeinflussen.

Kann eine bestimmte Diät hilfreich sein?

Nein, da die Ursache für chronisch entzündliche Darmerkrankungen nicht wirklich bekannt ist. Allerdings sollte der Patient Lebensmittel meiden, die bei ihm eine Unverträglichkeit hervorrufen. Der behandelnde Arzt wird, wenn nötig, eine Diät und entsprechende Medikamente verordnen.

Können Nahrungsergänzungsmittel helfen?

Weil durch häufige Durchfälle meist ein Mineralstoffmangel entsteht, sind Nahrungsergänzungsmittel durchaus in der Lage, dieses Defizit aufzufangen. Daneben ist es ratsam, eine sanfte Darmreinigung in Betracht zu ziehen. Bei der Entscheidung kann der behandelnde Arzt die richtige Antwort geben.

Eine gesunde Lebensweise anstreben

Gesunde und gut verträgliche Lebensmittel sollten den Ernährungsplan bestimmen. Alkohol und Zigaretten sind zu meiden. Tägliche Bewegung und Entspannungsübungen helfen, eine Darmerkrankung zu vermeiden oder zu verbessern.

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.