Faszientherapie und Faszientraining – für einen gesunden Bewegungsapparat

Beschwerden des Bewegungsapparates stehen häufig in enger Verbindung mit dem Bindegewebe, auch Faszien genannt. Durch Bewegungsmangel, einseitige Haltung oder Verletzungen können sich die Faszien verkleben, verhärten oder verdrehen. Die Folge sind Sensibilitätsstörungen oder Schmerzen. Eine spezielle Faszientherapie und regelmäßiges Faszientraining können helfen und dafür sorgen, dass das Bindegewebe wieder weich und elastisch wird.

Die Notwendigkeit einer Faszientherapie wurde endlich erkannt

Unter Faszien werden sämtliche Bindegewebsstrukturen wie z. B. Sehnen, Bänder, Gelenkkapseln und Nervenhüllen verstanden, die unseren gesamten Körper durchziehen und formen. Obwohl sie eine so wesentliche, großflächige Funktion haben, wurden Faszien über Jahrzehnte nahezu ignoriert. Mittlerweile haben Wissenschaftler und Therapeuten jedoch erkannt, dass der Fokus auf die Muskulatur oder das Skelett nicht ausreicht, sondern dass veränderte Faszien Schmerzen verursachen, die durch eine gezielte Faszientherapie gelindert werden können.

Faszien-Distorsions-Modell

Das Faszien-Distorsions-Modell (von lat. Fascia = Band und Distorsio = Verdrehung) ist ein Behandlungskonzept aus der Osteopathie. FDM wurde von dem amerikanischen Mediziner und Osteopathen Stephan Typaldos entwickelt, der während seiner ärztlichen Tätigkeit bemerkte, dass sich seine Patienten bei der Beschreibung ihrer Beschwerden immer der gleichen Worte und Körpersprache bedienten – losgelöst von der eigentlichen Diagnose.

Typaldo vermutete dahinter sechs spezifische Fasziendistorsionen, die sich jeweils in mehreren Punkten voneinander unterscheiden (Beschwerdesymptomatik, Lokalisation, Schmerzqualität usw.) und daher zu reproduzierbaren Beschreibungsmustern führen.

FDM ist eine manuelle Behandlungsmethode

FaszienbehandlungTypaldo entwickelte auf dieser Basis ein Diagnosekonzept, das auf der Eigenwahrnehmung des Menschen beruht und besonders die Körpersprache mit einbezieht. Im Anschluss an die Diagnose werden entsprechende Therapiemaßnahmen ergriffen. Die Faszientherapie nach dem FDM ist manuell, d. h. sie erfolgt mittels spezifischer Handgriffe.

Der Daumen des Faszien-Therapeuten bearbeitet beispielsweise verschiedene Schmerzpunkte. Hände und Unterarme streichen mit Zug und flächigen Bewegungen entlang der Beine, Arme oder des Rückens des Patienten, um die verdrehten oder verklebten Faszien sanft zu lösen. Die Wirkung der Faszientherapie soll der Patient unmittelbar nach der Behandlung spüren, indem er weniger Schmerzen hat und beweglicher ist.

 

Weitere Arten der Faszientherapie

Rolfing (entwickelt von der Biochemikerin Ida Rolf) ist eine weitere bekannte Behandlungsmethode, die sich positiv auf das Fasziennetz auswirken kann. Ebenso wie das Faszien Distorsions Modell greift auch Rolfing auf die manuelle Körperarbeit zurück und zwar durch langsamen Druck auf das Bindegewebe durch die Hände oder Ellbogen des Therapeuten. Rolfing ist ein Prozess, der den Körper in der Schwerkraft neu ausrichten und durch die manuelle Behandlung der Faszien für eine nachhaltige Verbesserung der Körperhaltung sorgen soll. Behandlungsmethoden, die mit dem Energiefluss im Körper arbeiten, haben häufig einen heilenden Effekt auf die Faszienstruktur. Akupressur, Akupunktur oder auch sanfte Massagen sind dementsprechend ebenfalls geeignet und können zur Schmerzlinderung beitragen.

Wann ist eine Faszientherapie sinnvoll?

Falls du unter akuten oder chronischen Schmerzen leidest und mit gängigen Therapieverfahren keinen Erfolg verzeichnen konntest, kann sich die Suche nach einem qualifizierten Faszientherapeuten durchaus lohnen.

Eine Faszientherapie ist für folgende Arten von Schmerzen prädestiniert:

Rückenschmerzen (Bandscheibenvorfall, Hexenschuss, Wirbelblockaden)

Schulterschmerzen (Impingement-Syndrom, Frozen Shoulder, Kalkschulter)

Ellenbogen- und Handschmerzen (Tennisarm, Carpaltunnelsyndrom)

Knieschmerz (Patellaspitzensyndrom, Verdrehungen aller Art, Kreuzbandriss)

Hüftschmerz (Arthrose, Beckenschiefstellung)

Fußschmerzen (Verstauchungen, Bänderrisse, Bänderdehnungen)

Sport- und Unfallverletzungen

Faszientraining für mehr Beweglichkeit und Elastizität

Neben einer Faszientherapie kann auch Faszientraining viel zu deinem Wohlbefinden beitragen. Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können ein sprödes, verhärtetes Fasziennetzwerk in ein flexibles Fasernetz verwandeln. Durch Bewegungsmangel oder Fehlhaltungen (zum Beispiel am Schreibtisch im Büro) verkleben und verdrehen sich die Faszien, was zu einer Verhärtung der Muskulatur führt. Für ein effektives Training sollten daher nicht nur die Muskeln trainiert werden, sondern auch Faszien Übungen durchgeführt werden.
Faszien sind sehr dynamisch und reagieren auf Bewegung und auch auf Dehnung. Durch gezieltes Training kannst du dein fasziales Bindegewebe stark und fit machen. Kraftvolle Dehnübungen, wie man sie beispielsweise aus dem Yoga oder Pilates kennt, haben eine positive Wirkung und sind eine ideale Faszien Gymnastik.
Auch das Ausrollen der Faszienstrukturen mithilfe einer Massagerolle aus hartem Schaumstoff (z. B. der sogenannten BLACKROLL) löst Verklebungen im Bindegewebe und sorgt für eine verbesserte Gleitfähigkeit der Faszien. Zum Abnehmen ist alleiniges Faszientraining nicht geeignet, da hierbei nur wenige Kalorien verbraucht werden. Du wirst jedoch feststellen, dass Faszien Übungen deine Bewegungen geschmeidiger, eleganter und harmonischer machen werden, was selbstverständlich auch positive Auswirkungen auf deine Ausstrahlung hat.

Faszien Training: Übungen für den Alltag


Faszientraining lässt sich mühelos in den Alltag integrieren, denn es ist alles andere als zeitaufwendig. Wenn du deinen Faszien täglich nur fünf FaszientrainingMinuten Aufmerksamkeit schenkst, kann dies schon zu spürbar mehr Beweglichkeit führen. Mit diesen Übungen kannst du auf effektive Weise deine Faszien trainieren und sie angenehm elastisch halten:
Blackroll: Mit der Faszienrolle lassen sich alle Muskelgruppen langsam und gründlich durchwalken und Verspannungsschmerzen lösen. Achte darauf, dass du vorhandene Schmerzpunkte nicht zu kräftig bearbeitest – es soll dabei lediglich ein angenehmer und kein starker Schmerz entstehen. Möchtest du die Faszientraining Rolle zum Aufwärmen für weitere sportliche Betätigungen nutzen, aktivierst du die Muskulatur mit der Blackroll, indem du nicht langsam über das schmerzende Bindegewebe rollst, sondern das Tempo anziehst.
Federnde Bewegungen: Hüpfende, federnde (Ganzkörper-)Bewegungen aktivierenden die Vernetzung von Faszien und wirken sich zudem positiv auf die beteiligten Muskelgruppen aus. Einfach zur Lieblingsmusik durch die Wohnung hopsen oder beim Spazierengehen bzw. Joggen „Hüpfeinheiten“ einbauen.
Langkettiges Dehnen: Häufig wird empfohlen, Muskeln isoliert zu dehnen. Für die Beweglichkeit der Faszien ist es jedoch ratsam, verschiedene Muskelgruppen gleichzeitig zu dehnen, wie zum Beispiel das Gesäß, den unteren Rücken und auch die Fußsohle. Elemente aus dem Yoga oder Pilates erfüllen das langkettige Dehnen oftmals und sind hier bestens geeignet.
Lautloses Springen: Lass den Fahrstuhl links liegen und laufe stattdessen die Treppe hoch – schnell und betont lautlos. Durch diese Art „Ninja-Training“ werden die langkettigen Faszien an der Fußsohle und Beinrückseite trainiert und elastisch gehalten. Auch möglichst geräuschloses Tanzen, Seilspringen oder Gummitwist bringen die Faszien in Bewegung.

Schon nach wenigen Wochen regelmäßigem Faszientraining kannst du dich auf eine angenehme Veränderung hinsichtlich deiner Beweglichkeit und Elastizität freuen. Versorge deinen Körper darüber hinaus mit lebenswichtigen Vitalstoffen und unterstütze ihn so beim Training und beim Heilungsprozess. Die hochwertigen Nahrungsergänzungsmittel von GloryFeel stehen dir zur Seite und begleiten dich in ein aktives, gesundes und schmerzfreies Leben.

 

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