Über 1.379.605 zufriedene Kunden       Portofrei ab 40 €       24 h Versand mit DHL GoGreen
0

Zeitumstellung: Der Einfluss des Vor- und Zurückstellens der Uhr auf unseren Körper

Veröffentlicht am 23.10.2019

Zweimal im Jahr stellt jeder Haushalt seine Uhren um: im Frühjahr um eine Stunde nach vorn, im Herbst um eine Stunde nach hinten. Auf diese Weise sollen möglichst viele helle Stunden des Tages nutzbar gemacht werden. Doch welche Folgen bringt diese Rhythmusänderung darüber hinaus mit sich? Bei uns erfährst du, welche Auswirkungen die Zeitumstellung auf deine Gesundheit hat und wie du dich am besten gegen die lästigen Symptome schützt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zeitumstellung beeinflusst unseren Biorhythmus, der normalerweise durch Hormonausschüttungen und den individuellen Chronotypen gesteuert wird.

  • Die Symptome reichen von leichteren Schlafstörungen bis hin zu chronischen und akuten Gesundheitsproblemen.

  • Während einige Menschen nur ein bis zwei Tage brauchen, um sich an die neue Zeit zu gewöhnen, benötigen andere mehrere Wochen, um in ihren eigenen Rhythmus zurückzufinden.

Lade TOC

Wieso drehen wir überhaupt an der Uhr?

Seit 1916 stellte man auch in Deutschland einmal im Jahr die Uhr um eine Stunde vor. In Abstimmung mit dem Vereinigten Königreich Großbritannien entschied man, zu Beginn des Sommers eine Stunde vorzugreifen, um über möglichst viele Stunden das Tageslicht nutzen zu können. Nachdem die Zeitumstellung 1950 wieder abgeschafft worden war, führte man sie 1980 erneut ein. Der Hintergrund diesmal: das Einsparen von Energie durch die Ausnutzung der hellen Stunden. Dieser Ansatz wurde jedoch bereits widerlegt. Tatsächlich wurde zwar das Licht in Privathaushalten und Büroräumen erst später eingeschaltet, doch da man am Morgen im Dunkeln und Kühleren aufstehen musste, stiegen die morgendlichen Heizkosten an. Seit 2018 arbeitet die EU-Kommission daran, die Zeitumstellung abzuschaffen. Einer der hierfür angeführten Gründe ist der negative Einfluss, den die im Frühling und Herbst jeden Jahres stattfindende Anpassung der Zeit auf unseren Körper und unsere Gesundheit nimmt. Aber was genau steckt dahinter und inwiefern bedeutet die Zeitumstellung eine Bedrohung für unsere Gesundheit?

Der natürliche Rhythmus unseres Körpers

Hauptverantwortlich für den menschlichen Schlaf-Wach-Rhythmus sind die Hormone Melatonin und Cortisol. Ersteres wird durch die Zirbeldrüse im Gehirn gesteuert und dann ausgeschüttet, wenn der Körper möglichst wenig oder keinem Licht ausgesetzt ist. Fällt Tageslicht auf die Netzhaut unserer Augen, wird die Produktion des Schlafhormons gedämpft bzw. eingestellt. Der höchste Melatoninwert herrscht im menschlichen Körper in der Regel zwischen zwei und vier Uhr nachts. In dieser Zeit befindet sich der Körper zumeist im Tiefschlaf.

Gegenspieler des Melatonins ist das in der Nebennierenrinde produzierte Cortisol. Das an vielen verschiedenen und lebenswichtigen Stoffwechselprozessen beteiligte Hormon sorgt dafür, dass wir uns wach fühlen. In Notsituationen lässt Cortisol, das auch als Stresshormon bekannt ist, unser Herz schneller schlagen und unser Blut schneller durch unsere Adern fließen. Im Alltag sorgt es vor allem dafür, dass wir unsere täglichen Verpflichtungen erfüllen und Herausforderungen meistern können. Unser Cortisolspiegel schwankt im Tagesverlauf. Etwa zwei bis drei Stunden bevor unser Körper von allein erwachen würde, setzt die Cortisolproduktion wieder ein. Zwischen sieben und zehn Uhr morgens ist die Hormonkonzentration am höchsten, hält sich bis etwa 20 Uhr auf einem moderat hohen Niveau und sinkt am Abend bis in die Nachtstunden stark ab. Unsere Aktivität lässt nach und mit gleichzeitig gesteigerter Melatoninausschüttung kommt auch die Müdigkeit.

Info.

Melatonin kann dem Körper auch extern zugeführt werden und ist in niedrigen Dosierungen auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Solltest du also an anhaltenden Schlafstörungen leiden, könnte die Einnahme von Melatonin eine interessante und sanfte Alternative für dich sein.

Auf diese Weise reguliert sich unser Körper selbst, wobei er sich am Rhythmus der Sonne orientiert. In unseren modernen Zeiten ist dieser Jahrtausende alte Ablauf durch verschiedene Faktoren aus dem Gleichgewicht gebracht worden. Schichtarbeit, unzählige Quellen künstlichen Lichts, Wecker und eben auch die jährlich zweimal erfolgende Zeitumstellung tragen dazu bei, dass die Hormonproduktion und -ausschüttung unregelmäßiger und weniger natürlich abläuft.

Die verschiedenen Chronotypen

Zudem hat jeder Mensch seinen ganz persönlichen Biorhythmus, dem seine Körperfunktionen und seine Aktivitätsniveaus im Tagesverlauf folgen. Wissenschaftlich können drei Gruppen unterschieden werden:

  • Typ 1: Die „Eule“ schläft gern aus, geht dafür aber auch gern sehr spät zu Bett. Das liegt vor allem daran, dass sie am morgen keinen rechten Elan und oft schlechte Laune hat, dafür aber am Abend besonders effektiv arbeiten kann.

  • Typ 2: Die „Lerche“ verkörpert das genaue Gegenteil. Sie wird früh müde und schläft daher auch früh ein, ist dafür aber am Morgen auch zeitig auf den Beinen. In der Früh kann sie besonders viel erreichen und ist schon morgens äußerst aktiv.

  • Typ 3: Der „Normaltyp“ befindet sich zwischen diesen Extremen. Er wacht zwischen acht und neun auf und geht vor Mitternacht zu Bett.

Alle Chronotypen benötigen etwa sieben Stunden Schlaf. Lediglich in der Gestaltung ihrer Zubettgeh- und Aufstehzeiten unterscheiden sie sich. Die meisten Menschen entsprechen dem „Normaltyp“. Zu welcher Kategorie du gehörst, kannst du sicher bereits einordnen. Vor allem „Eulen“ leiden unter der Zeitumstellung im Frühjahr, da sie eine gefühlte Stunde früher aufstehen müssen. Frühe, fixe Arbeitszeiten und Schichtarbeit können dem eigenen inneren Biorhythmus widersprechen. Doch auch das Vor- und Zurückstellen der Uhren kann auf diese Weise Jetlag-ähnliche Symptome auslösen.

Diese Körperfunktionen beeinflusst die Zeitumstellung

Viele Menschen fühlen sich vor allem verwirrt und haben entweder das Gefühl, dass die Zeit einige Tage nach der Umstellung viel zu schnell (Sommerzeitumstellung) oder viel zu langsam (Herbstzeitumstellung) vergeht. Ein Großteil der Menschen klagt zudem über Einschlaf- bzw. Durchschlafprobleme. Verantwortlich hierfür ist eine Störung des natürlichen Biorhythmus und der täglichen hormonellen Zyklen. In diesem Zusammenhang treten auch andere Symptome auf. Darunter

  • Nervosität

  • Erschöpfung

  • anhaltende Müdigkeit

  • Kreislaufprobleme / Schwindel

  • Konzentrationsstörungen

  • Stress

  • abnehmende bzw. eingeschränkte Leistungsfähigkeit

  • fehlender Elan / Lustlosigkeit

  • Magen-Darm-Probleme / Verdauungsbeschwerden

  • depressive Zustände

  • Unwohlsein

Verschiedene deutsche wie auch internationale Studien weisen zudem darauf hin, dass die Herzinfarktrate im Laufe der ersten drei Tage nach den Zeitumstellungen ansteigt. Auch ein höheres Schlaganfallrisiko wird vermutet. Zudem steigt neben der Selbstmordrate im Zuge der Zeitanpassung auch die Zahl der Unfälle im Straßenverkehr, wobei hier vor allem die Umstellung auf die Sommerzeit untersucht wurde. Die fehlende Stunde bringt nicht nur mehr müde Fahrer mit sich, sondern auch mehr Fahrten im Dunkeln.

Das kannst du tun, um die Umstellung besser zu verkraften

Die Umstellung auf die Winterzeit erfolgt 2019 am 27. Oktober. Um sicherzugehen, dass dein Körper nicht völlig von der Umstellung überrascht wird, solltest du dich schon vorab auf die Veränderung vorbereiten. So hast du die Möglichkeit, dich in einem moderateren und eher zu deinem natürlichen Rhythmus passenden Tempo an die neue Situation zu gewöhnen. Beginne zum Beispiel in der Woche zuvor, bereits einige Minuten später zu Bett zu gehen und auch wieder aufzustehen, sodass du nicht von einem auf den anderen Tag eine ganze Stunde verarbeiten musst. Achte darauf, dass du jeden Tag gleichmäßig später schlafen gehst. So kann dein Körper schonend hormonelle Anpassungen vornehmen und die um eine Stunde längere Nacht besser angehen. Wer am Tag mit Müdigkeit zu kämpfen hat, sollte Spaziergänge im Freien oder leichte Trainingseinheiten, wie zum Beispiel Radfahren, in seinen Tagesablauf integrieren. Tageslicht und Bewegung bekämpfen Abgeschlagenheit und Lustlosigkeit.

Info.

Auch ein zu voller Terminkalender sollte in den Tagen nach der Umstellung bereits vorausschauend vermieden werden, um zusätzliche Belastungen für Körper und Geist auszuschließen.

Nachtschichtarbeiter sind von der Umstellung auf die Winterzeit besonders nachteilig betroffen. Das Tief gegen zwei Uhr morgens scheint doppelt so lang. Aufputschmittel wie Kaffee oder Energydrinks empfehlen sich nur bedingt. Vor allem in den letzten Stunden vor dem Schlafengehen sollte auf diese Genussmittel verzichtet werden, um zu vermeiden, am Morgen nicht in den Schlaf zu finden und so den Schlaf-Wach-Rhythmus vollends aus dem Gleichgewicht zu bringen. Etwas frische Luft und Bewegung sind daher die besseren Alternativen. Auf dem Heimweg empfiehlt es sich bereits Lichtquellen so gut wie möglich zu vermeiden, um die Melatoninproduktion nicht einzudämmen. Auch das Schlafzimmer sollte abgedunkelt werden. Meditative Klänge oder leichte Musik können ebenfalls unterstützende Wirkung auf das Einschlafen haben.

Meistgelesene Artikel aus
"Gesundheit"

Liquid error (relatedblogs line 58): internal

Verwandte Beiträge