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Fructoseintoleranz – Ursachen, Symptome und die richtige Ernährung

Veröffentlicht am 01.08.2019

Studien zur Folge leiden rund 30 % aller Europäer unter einer Fructoseintoleranz. Ein Drittel von Ihnen unter einer derart starken Form, dass sie schon beim Genuss kleinster Mengen von Fructose erhebliche Beschwerden bekommen. Wir zeigen dir, woher die Intoleranz kommen kann und wie du sie erkennst und wie du ernährungstechnisch am besten damit umgehst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt eine angeborene und eine entwickelte Form der Fructoseintoleranz
  • Je nach persönlicher Toleranzgrenze kannst du mit einer entwickelte Fructoseintoleranz noch immer kleine Mengen Fructose zu dir nehmen
  • Eine nicht erkannte Fructoseintoleranz kann auf lange Sicht auch zu einer Histamin Unverträglichkeit und einer Laktoseintoleranz führen

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Was genau ist Fructose eigentlich?

Fructose wird gern mit Fruchtzucker gleichgesetzt. Tatsächlich enthalten viele Früchte einen sehr hohen natürlichen Fructose Gehalt, weshalb der Begriff „Fruchtzucker“ für Fructose zwar nachvollziehbar aber eben nicht ganz richtig ist. Denn bei Fructose handelt es sich um einen Einfachzucker, der in vielen Lebensmitteln vorhanden ist. Im Zusammenspiel mit Glukose findet man Fructose sogar in klassischem Haushaltszucker.

Fructose ist auch einer der Süßmacher, der in vielen Diät- und Lightprodukten verwendet wird – einfach als Ersatz für Haushaltszucker. Dabei wird oftmals der Eindruck vermittelt, Fructose wäre besonders gesund. Geworben wird dann gern mit Slogans wie „Nur mit Fruchtzucker gesüßt“ oder ähnlichem.

Das Problem dabei: Auch Fructose bringt ein hohes Maß an Energie, also an Kalorien, mit und bietet dabei für sich allein betrachtet keine zusätzlichen Nährstoffe. Was also in Früchten und anderen Lebensmitteln, in denen Fructose natürlich daherkommt, einfach ein Bestandteil einer gesunden Nahrung ist, ist für sich allein betrachtet nicht mehr als eine einfache Zuckerart.

Obst Fructose

Wo liegt der Unterschied zwischen einer angeborenen und einer entwickelten Fructoseintoleranz?

Eine angeborene Fructoseintoleranz ist eine Stoffwechselerkrankung. Die aufgenommene Fructose kann in der Leber nicht zur Gänze abgebaut werden. Dadurch entsteht einerseits ein giftiges Stoffwechselzwischenprodukt, dass sich schädlich auf verschiedene Bereiche des Körpers auswirkt. Zum anderen gelangt so zu viel Fructose ins Blut. Dieses verdrängt die Glukose im Blut – den sogenannten Blutzucker. Dieser wird als Energielieferant für die Zellen benötigt. Der Blutzuckerspiegel sinkt und so kann es schnell zu einer sogenannten Unterzuckerung kommen – was in Ohnmacht und Koma enden kann.

Erste Anzeichen für eine angeborene Fructoseintoleranz erkennt man oft bei der Umstellung auf Beikost. Bei Säuglingen kommt es hierbei schnell zu Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Erbrechen.

Die entwickelte Fructoseintoleranz

Die deutlich häufiger auftretende Version ist die entwickelte Fructoseintoleranz. Ursachen hierfür können zum Beispiel eine Antibiotika-Kur oder eine Kortisontherapie sein. Auch andere Medikamente, die negativ auf die Darmflora wirken, können die Ursache für eine solche entwickelte Fructoseintoleranz sein.

Eine solche Form der Intoleranz ist keine Stoffwechselstörung, sondern eine Resorptionsstörung. Das bedeutet, dass der Körper die aufgenommene Fructose zwar korrekt verarbeiten könnte – die Fructose wird nur im Dünndarm nicht zur Gänze aufgenommen. Dadurch wandert die nicht verarbeitete Fructose weiter in den Dickdarm, wo sie von den dortigen Darmbakterien fermentiert werden.

So wirkt sich die erworbene Fructoseintoleranz aus

Durch das Fermentieren der Fructose entstehen

  • Wasserstoff
  • Methan
  • Kohlendioxid

Diese Gase führen zu starken Blähungen. Übriggebliebene Gase wandern ins Blut und werden über die Lunge abgeatmet. Sie können im Atem festgestellt werden. Das kann einerseits zu starkem Mundgeruch führen. Andererseits kann ein einfacher Atemtest so Aufschluss darüber geben, ob eine Fructoseintoleranz vorliegt oder nicht.

Unmittelbare Symptome einer Fructoseintoleranz sind dabei:

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Krämpfe
  • Blähungen
  • Durchfall
  • ein aufgeblähter Bauch

Wird eine Laktoseintoleranz über einen längeren Zeitraum nicht behandelt, kommen die sogenannten sekundären Symptome dazu. Diese sind beispielsweise:

  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Wetterfühligkeit
  • Depressionen
  • erhöhte Infektionsgefahr
  • Folsäure- und Zinkmangel
Kopfschmerzen

Wie genau kann eine solche erworbene Fructoseintoleranz entstehen?

Um das zu wissen, muss man erst einmal verstehen, wie die Fructose Verarbeitung im Körper funktioniert. Fructose wird über den Magen in den Dünndarm geleitet, wo es durch die hierfür vorgesehenen Proteine, die sogenannten GLUT-5 Proteine, in die Zellen der Darmschleimhaut transportiert wird. Von hier aus wird die Fructose durch andere Transportproteine, die sogenannten GLUT 2 Proteine, ins Blut transportiert und gelangt von hier aus in die Leber, wo sie schließlich komplett verstoffwechselt wird. So weit der Vorgang bei gesunden Menschen.

Info.

Wer unter einer erworbenen Fructoseintoleranz leidet, hat ein defektes Transportsystem. Das bedeutet, dass die GLUT 5 Proteine hier gar kein oder nur eine geringe Menge von Fructose abtransportieren können. Deshalb gelangt der Rest der Fructose in den Dickdarm.

Eine solche Beschädigung des körpereigenen Transportsystems erfolgt in der Regel durch eine Beschädigung der Darmflora, wie sie zumeist durch den Einsatz von aggressiven Medikamenten hervorgerufen wird. Auch ein Pilzbefall in der Darmflora kann eine Ursache für eine Fructoseintoleranz sein.

Das Problem dabei: Ist das empfindliche System rund um die GLUT 5 und die GLUT 2 Proteine einmal beschädigt, kann es nicht mehr zur Gänze repariert werden – mit einer entsprechend eingehaltenen Diät kann zwar die Menge der aufgenommenen Fructose nach und nach wieder etwas gesteigert werden – eine vollständige Aufnahme wie sie bei gesunden Menschen erfolgt, kann allerdings nicht wieder erreicht werden. Ein wichtiger Grund von Antibiotika und Kortison so lange wie möglich die Finger zu lassen.

Mögliche Spätfolgen einer nicht behandelten Fructoseintoleranz

Wird ein Fructose intoleranter Darm über lange Zeit mit recht hohen Mengen von Fructose „gequält“, kann das zu weiteren Intoleranzen führen. Denn der regelmäßige Verzehr von Fructose führt bei Menschen mit einer ausgeprägten Fructoseintoleranz auch zu Schädigungen der Darmschleimhäute. In diesen sitzen aber auch die Rezeptoren, die beispielsweise für die Verarbeitung von Histamin und von Laktose zuständig sind.

Werden diese nun im Laufe der Zeit beschädigt, kann sich zu der Fructoseintoleranz noch eine Laktoseintoleranz und eine Histamin Unverträglichkeit gesellen. Eine solche Kombination würde den Darm belasten und zu erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen führen.

Gegenüberstellung: Das kannst du essen – das besser nicht

Hast du tatsächlich eine Fructoseintoleranz, solltest du deine Ernährung auf jeden Fall auf diese Erkrankung hin anpassen. Denn in den meisten Fällen reicht schon eine entsprechend strenge Diät aus, um die Beschwerden und Symptome der Fructoseintoleranz schnell loszuwerden. Wir haben hier einmal eine Tabelle zusammengestellt, welche Lebensmittel du im Fall einer Fructoseintoleranz auf jeden Fall aus deinem Ernährungsplan streichen solltest, und welche Lebensmittel getrost drinbleiben dürfen.

LEbensmittel mit hohem Fructosegehalt LEbensmittel mit niedrigem Fructosegehalt oder komplett fructosefrei

-         Äpfel

-         Birnen

-         Mangos

-         Trauben

-         Trockenfrüchte

-         Süßigkeiten

-         Honig

-         Marmelade

-         Agarvendicksaft

-         Fertigprodukte

-         Diabetikerprodukte

-         Xylit

-         Sorbit

-         Yacon Wurzel

-         Maltit

 

-         Pilze

-         Avocados

-         Grünes Blattgemüse

-         Zucchini

-         Knollensellerie

-         Sonnenblumenkerne

-         Kürbiskerne

-         Nüsse

-         Mandeln

-         Kokosnüsse

-         Kartoffeln

-         Mais

-         Buchweizen

-         Hirse

-         Reis

-         Vollkornprodukte ohne Fructose     Zusätze

-         Fleisch

-         Fisch

-         Eier

-         Milchprodukte

Auf entsprechende Süßstoffe solltest du insbesondere Verzichten, da diese die Aufnahme von Fructose im Darm noch weiter hemmen. Als Süßungsmittel eignen sich Milchzucker und oftmals auch Haushaltszucker. Hier kommt es auf deine Toleranzgrenze an.

 

Interessant ist dabei, dass Fructose haltige Nahrungsmittel, die einen höheren Glukoseanteil haben, für Menschen mit einer leichten Fructoseintoleranz durchaus verträglich sein können. Denn Glukose erhöht die Aufnahmefähigkeit der Fructose im Darm. Aus diesem Grund gelten Früchte wie beispielsweise:

  • Aprikosen
  • Avokados
  • Litschis
  • Papayas

Fazit: Eine Fructoseintoleranz kann sehr unangenehme Symptome haben– mit einer entsprechenden Ernährungsumstellung können diese aber in Schach gehalten werden

Eine Fructoseintoleranz ist keine Kleinigkeit – wer unter einer solchen leidet und bisher nicht die richtige Diagnose gestellt bekommen hat, quält sich oftmals durch den Tag und hat dabei gern mal das Gefühl, sich niemals wirklich gesund ernähren zu können. Dabei ist eine gesunde Fructose freie Ernährung vergleichsweise einfach, wenn du weißt worauf die achten musst.

Wichtig ist, dass du im Fall einer Fructoseintoleranz erst einmal austestest, wie hoch deine Fructose Toleranz, also die Menge an Fructose, die dein Körper noch aufnehmen kann, tatsächlich ist. Hiernach solltest du unbedingt eine entsprechende Ernährungsumstellung vornehmen, um deine Darmschleimhaut nicht weiter zu schädigen. Eine konsequente Ernährungsumstellung kann mittelfristig dazu führen, dass deine Fructose Toleranz wieder steigt.

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