Melatonin – wertvolles, körpereigenes Hormon
Melatonin ist ein Hormon, das der Körper selbst herstellen kann. Es ist essenziell für den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers und kommt außerdem in einigen pflanzlichen Lebensmitteln vor. Trotzdem leiden einige Menschen unter Melatoninmangel.
Das Wichtigste in Kürze
- Melatonin ist ein körpereigenes Schlafhormon, das hauptsächlich im Gehirn gebildet wird.
- Ein Mangel an Melatonin kann schwere gesundheitliche Folgen für die Schlafqualität, die Psyche und das Immunsystem haben.
- Viele alltägliche Tätigkeiten und äußere Faktoren senken die Fähigkeit des Körpers, Melatonin in ausreichender Menge selbst zu produzieren.
Melatoninmangel
Melatoninmangel kann zahlreiche Ursachen haben. Gerade in der heutigen Zeit sind bekannte Hemmer für die Produktion von Melatonin oft tägliche Alltagsbegleiter. Welche Ursachen und Folgen ein Mangel des Schlafhormons hat und was dagegen getan werden kann, wird in diesem Ratgeber erläutert.
Es wird auf die wichtigsten Punkte eingegangen, die für einen gesunden Melatoninhaushalt beachtet werden sollten, und die wichtigsten Informationen zu diesem Thema werden geliefert.
Melatonin: externe Einnahme möglich
Obwohl Melatonin ein körpereigenes Hormon ist, ist es durchaus möglich, dieses extern zuzuführen. Es gibt melatoninhaltige Medikamente, die häufig bei Schlafstörungen von einem Arzt verschrieben werden. Hochdosiertes Melatonin kann nur von einem Arzt verschrieben werden. In den USA und Kanada werden Melatoninpräparate als ganz normale Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Dies ist in Deutschland nicht der Fall. Melatonin ist kein Nahrungsergänzungsmittel, dessen Einnahme über einen langen Zeitraum hinweg empfohlen wird. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen sollte immer erst ein Arzt konsultiert werden, bevor Melatoninpräparate eingenommen werden.
Was ist Melatonin?
Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, genauer gesagt, ein Schlafhormon. Es entsteht in der sogenannten Zirbeldrüse. Diese befindet sich im Gehirn. Die Zellen in der Zirbeldrüse werden Pinealozyten genannt. Diese Zellen produzieren das Melatonin. Die Bildung und Ausschüttung von Melatonin signalisieren dem Körper, dass es Nacht ist, Zeit zum Schlafen. Das Einschlafen und im besten Fall auch das Durchschlafen werden erleichtert. Fällt zu viel Licht auf die Netzhaut im Auge, wird die Melatoninproduktion heruntergefahren bzw. gestoppt.
Obwohl es vom Körper selbst produziert wird und das im Normalfall auch in ausreichenden Mengen, kommt es immer wieder vor, dass das Hormon als Präparat und über externe Einnahme dem Körper künstlich hinzugefügt wird. Wann das sinnvoll sein kann und warum mit einem Mangel an Melatonin nicht zu spaßen ist, wird im Folgenden erläutert.
So wird Melatonin im Körper gebildet
Melatonin kann nur bei Dunkelheit gebildet werden. Licht hemmt seine Produktion. Aus diesem Grund findet die Bildung von Melatonin im Körper hauptsächlich nachts statt, wenn es dunkel ist und geschlafen wird. Das Neurohormon wird hauptsächlich in der Zirbeldrüse im Gehirn produziert, und zwar von den Pinealozyten, bestimmten Zellen im Gehirn. Ein kleiner Teil Melatonin wird zusätzlich im Darm und im Auge, genauer in der Netzhaut, gebildet.
Als Neurohormon erreicht es seinen Zielort im Körper über bestimmte Zellen, die Neuronen. Diese leiten das Melatonin ins Blut. Kinder verfügen über eine sehr hohe Melatoninkonzentration im Blut während des Schlafens. Noch nicht zur Gänze erforscht, jedoch von Forschern vermutet ist die folgende Annahme: Je älter Menschen werden, desto schwerer fällt es dem Körper, ausreichend Melatonin zu produzieren.
Was Serotonin damit zu tun hat
Serotonin ist vielen Menschen als sogenanntes Glückshormon bekannt. Diese Bezeichnung hat das Hormon vor allem deshalb bekommen, weil es unter anderem für das zentrale Belohnungssystem im Körper, die Emotionen und die Stimmung verantwortlich ist.
Serotonin ist ein Hormon und ein Neurotransmitter, das an verschiedenen Stellen im Körper vorkommt. Es ist unter anderem wichtig für das Herz-Kreislauf-System, den Magen-Darm-Trakt und das zentrale Nervensystem, zu dem auch der Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers gehört. Serotonin wird durch Biosynthese in der Zirbeldrüse zu Melatonin.
Info.
Der Weg zur Melatoninbildung ist also der folgende: Serotonin entsteht aus der Aminosäure Tryptophan, Melatonin aus dem Botenstoff Serotonin.
Cortisol als Melatonin-Gegenspieler
Cortisol ist ein Stresshormon. Stresshormone werden bei besonderen Belastungen des Körpers gebildet. Das gilt für physische und für psychische Belastungen. Ursachen für einen hohen Cortisolspiegel können Stress, zum Beispiel bei der Arbeit, eine Schwangerschaft, aber auch eine temporäre Unterzuckerung, hoher Alkoholkonsum oder Übergewicht sein. Cortisol wird ebenfalls beim Sport gebildet, wo es für einen Anstieg des Blutzuckerspiegels sorgt, den Stoffwechsel aktiviert und Herzschlagfrequenz sowie Blutdruck erhöht.
Obwohl lebenswichtig für den Körper, ist Cortisol dennoch der Gegenspieler von Melatonin. Deshalb sollte alles, was den Cortisolspiegel abends in die Höhe treibt, vermieden werden.
Bei einer normalen Körperfunktion sind Cortisol- und Melatoninlevel immer optimal aufeinander abgestimmt. Während die Melatoninproduktion gegen Abend und in der Nacht ansteigt und zwischen 2 und 4 Uhr morgens ihren Höhepunkt erreicht, ist der Cortisolspiegel sehr niedrig. Erst gegen Morgen, wenn der Melatoninspiegel wieder sinkt, steigt der Cortisolgehalt im Blut wieder an – der Körper erwacht.
Wofür braucht der Körper Melatonin?
Melatonin ist zu einem großen Teil für den Tag-Nacht-Rhythmus im Körper verantwortlich. Ein hohes Level an Melatonin am späten Abend und in der Nacht sorgt für ein schnelleres Einschlafen, einen tiefen Schlaf und besseres Durchschlafen. Dadurch ist der Körper am nächsten Morgen erholter. Im Schlaf heilt der Körper Verletzungen. Das gilt nicht nur für große, sichtbare Verletzungen, sondern zum Beispiel auch für feine Muskelrisse beim Muskelkater.
Der Stoffwechsel ruht in der Zeit, in der der Melatoninspiegel hoch ist. Am spürbarsten für die meisten Menschen sind die Auswirkungen von Melatoninmangel auf den Schlaf und damit auf das körperliche Wohlbefinden. Das ist jedoch nicht das einzige Problem, wenn der Körper an der Produktion von Melatonin gehindert wird.
Ist zu wenig Melatonin im Körper vorhanden, dann hat das schwere gesundheitliche Folgen. Durch die zahlreichen Reparaturen, die Melatonin im Körper während des Schlafs vornimmt, wird das Immunsystem wieder gestärkt. Herrscht über einen längeren Zeitraum ein Melatoninmangel im Körper, schwächt dies das Immunsystem. Gerade ältere Menschen werden dadurch anfälliger für Krankheiten.
Melatonin ist also nicht nur für einen gesunden Schlaf essenziell, es sorgt durch ausreichend Ruhe in der Nacht.
Gefährdete Berufsgruppen
Die Ursachen von Melatoninmangel sind zahlreich. Während die übermäßige Nutzung von PC, Smartphone oder Tablet und ein unregelmäßiger Schlafrhythmus einen Großteil der Menschen betreffen und nichts mit dem Job zu tun haben, sind einige Berufsgruppen doch gefährdeter als andere, wenn es um Melatoninmangel geht.
Alle Berufe, in denen Schichtarbeit dazugehört, fördern einen unregelmäßigen Schlafrhythmus, was die Bildung von ausreichend Melatonin für den Körper nahezu unmöglich macht. Dazu gehören zum Beispiel die folgende Berufsgruppen:
- Krankenhauspersonal, Krankenschwestern, Ärzte
- Altenpfleger
- Piloten, Stewardessen
- Hotelpersonal, Rezeptionisten
- Taxifahrer, LKW-Fahrer, Zugführer, Speditionen
- Polizeibeamte, Feuerwehr
- Gastronomie
- Sicherheitsdienste, Personenschützer
In allen diesen und vielen weiteren Berufsgruppen steht Schichtarbeit an der Tagesordnung. Der Körper ist mitten in der Nacht wach, während einer Zeit, in der er eigentlich schlafen sollte. Dazu kommt häufig ein hohes Stresslevel. Die Körper von Stewardessen und Piloten müssen zusätzlich zum verschobenen Schlafrhythmus mit der Höhe und anderen Auswirkungen des Fliegens klarkommen. Auch in Krankenhäusern oder in Arztpraxen mit Notdienst geht es nachts meistens besonders stressig zu.
Aufgrund von unterschiedlichen Schichten und variierenden Arbeitszeiten kann der Schlafrhythmus gestört werden. Melatonin wird nicht mehr ausreichend vom Körper hergestellt.
Melatoninmangel: mögliche Ursachen
Melatoninmangel kann viele Ursachen haben. Da das Schlafhormon nur gebildet wird, wenn es dunkel ist, und Licht die Melatoninbildung hemmt, können alle Lichtquellen, denen Menschen am späten Abend oder sogar nachts ausgesetzt sind, für eine geringere Bildung von Melatonin sorgen.
Gleiches gilt für anstrengende oder sportliche Aktivitäten spät am Abend. Eine Trainingssession gegen 17 Uhr ist kein Problem. Nur kurz vor dem Schlafengehen sollte es etwas ruhiger angegangen werden. Der Grund dafür nennt sich Cortisol. Cortisol ist ebenfalls ein Hormon, allerdings ein Stresshormon und damit der komplette Gegensatz zum Melatonin. Bei Sport steigt der Cortisolspiegel, der Stoffwechsel wird angeregt und die Darmtätigkeit aktiviert. Damit der Körper rechtzeitig vor dem Schlafengehen wieder herunterkommen kann, sollte etwas Zeit zwischen Sport und Schlaf verstreichen.
Eine medizinische Ursache für einen Mangel an Melatonin kann außerdem zu wenig Serotonin im Körper sein. Da Serotonin essenziell für die Melatoninbildung ist, muss auch hier ausreichend vorhanden sein. Um Serotonin zu produzieren, braucht der Körper die Aminosäure Tryptophan sowie einige andere Vitamine und Mineralstoffe.
Die folgende Checkliste zeigt, welche weiteren Ursachen ein Melatoninmangel haben kann.
- Nutzung von Smartphone, Tablet, PC und TV bis kurz vor dem Schlafen gehen
- Konsum von Alkohol, Zigaretten oder Koffein
- anstrengende Tätigkeiten vor dem Schlafen gehen, z. B. Sport
- Serotoninmangel
- Medikamenteneinnahme, z. B. von Betablockern oder Cortison
Regelmäßige Schlafenszeiten, viel Sonne tagsüber und wenig Licht am Abend sind bereits ein guter Anfang, damit der Körper mehr Melatonin von sich aus bilden kann.
Die Folgen und Risiken eines Melatoninmangels
Es gibt eine Vielzahl an Symptomen, die auf einen Melatoninmangel hinweisen. Keines dieser Symptome ist ein hundertprozentiger Garant für Melatoninmangel. Falls jedoch einige der unten aufgeführten Beschwerden vorliegen, ist es möglich, dass der Körper zu wenig Melatonin produziert. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, um den Verdacht bestätigen zu lassen. Denn: Über einen langfristigen Zeitraum zu wenig Melatonin im Körper zu haben, bedeutet ein höheres Risiko für bestimmte Erkrankungen und Beschwerden.
Die folgenden Symptome können Folgen eines Melatoninmangels sein:
- Schlafstörungen (Probleme beim Einschlafen und Durchschlafen)
- verkürzte oder fehlende REM-Schlafphasen
- Niedergeschlagenheit, emotionale Instabilität, Stimmungsschwankungen
- depressives Verhalten
- Kopfschmerzen bis hin zu Migränen
- Sodbrennen
- verminderte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit tagsüber
- Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis
Wie bereits erwähnt, ist ein Melatoninmangel nicht die einzige Ursache der oben genannten gesundheitlichen Probleme. Eine Supplementierung mithilfe von Melatoninpräparaten sollte deshalb nur in Absprache mit einem Arzt stattfinden. Außerdem sollte die empfohlene Melatoninmenge nicht eigenständig überschritten werden.
Genug Melatonin? Beim Arzt testen lassen
Ob genug Melatonin im Körper vorhanden ist bzw. ob der Körper in der Lage ist, jede Nacht ausreichend Melatonin für einen gesunden Schlaf zu bilden?
Der Körper selbst sorgt dafür, dass er auf keinen Fall zu viel Melatonin beherbergt. Überschüsse des Schlafhormons werden über die Verdauung einfach wieder ausgeschieden. Aus diesem Grund ist der erste logische Schritt bei einem Verdacht auf Mangel an Melatonin, die Melatoninproduktion im Körper anzuregen. Das funktioniert am besten in einem abgedunkelten Schlafzimmer und mit einem ruhigen und entspannenden Abendritual vor dem Einschlafen. Ein gleichmäßiger Schlafrhythmus hilft ebenfalls dabei, die körpereigene Melatoninproduktion zu erhöhen. Außerdem kann die folgende Checkliste durchgegangen werden, in der mögliche Symptome für Melatoninmangel vorgestellt werden.
Bevor die Einnahme eines Melatoninpräparat entschieden wird, sollte jedoch in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Außerdem empfiehlt sich eine Information über alle Risiken und Nebenwirkungen sowie über Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten.
Melatonin als Hormonpräparat
Melatonin wird in der Nacht vom Körper selbst hergestellt und ist auch in einigen Lebensmitteln zu finden. Wer trotzdem unter starkem Melatoninmangel leidet, der kann zu einem Präparat greifen, das dem Körper das Hormon künstlich hinzugibt. In Kanada und den USA ist Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich und steht in den Regalen neben Zink, Magnesium und Co.
Ganz so einfach ist es in Deutschland nicht. Bestimmte Melatoninpräparate mit hohen Dosierungen des Hormons gibt es nur rezeptpflichtig in der Apotheke. Allerdings ist Melatonin auch in niedrigeren Dosierungen im freien Handel erhältlich. Das medizinische Melatonin ist hauptsächlich zur Bekämpfung von Schlafstörungen oder als Unterstützung bei einem starken Jetlag gedacht.
Melatonin ist nicht für die Langzeiteinnahme geeignet und sollte nur in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden. Die Melatonineinnahme sollte am besten zusätzlich mit Tipps für einen besseren Schlaf kombiniert werden.
Die Einnahme von Melatonin
Melatonin ist ein Schlafhormon, unabhängig davon, ob es vom Körper selbst produziert wurde oder in Medikamentenform eingenommen wird. Aus diesem Grund ist eine Einnahme kurz vor dem zu Bett gehen empfohlen. Melatoninpräparate eignen sich nicht für die Einnahme nach dem Aufstehen. Dies wäre kontraproduktiv. Die genaue Dosierung sowie konkrete Einnahmezeiten sind im Vorfeld immer mit einem Arzt abzusprechen. So besteht mehr Sicherheit. Die Prüfung des Melatoninspiegels kann über die Entnahme von Blut, Speichel oder Urin erfolgen.
Wann Melatonin nicht eingenommen werden sollte
Bestimmten Personengruppen wird die Einnahme von Melatonin grundsätzlich nicht empfohlen bzw. es wird sogar davon abgeraten. Dazu gehören schwangere Frauen oder solche, die eine Schwangerschaft anstreben. Auch nach der Geburt und während des Stillens sollte kein Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Gleiches gilt für Menschen, die anfällig für Allergien sind. Außerdem sind Wechselwirkungen mit Medikamenten gegen Epilepsie, Depressionen und Thrombose möglich. Auch hier sollte auf den Zusatz von Melatonin verzichtet werden, sofern mit dem Arzt nichts anderes besprochen wurde.
Melatonin kaufen
Die gängigsten Verkaufsstellen von Melatonin zur Einnahme sind die folgenden:
- Apotheke
- Online-Apotheke
- Onlineshops
- stationärer Handel
Melatonin ist in Deutschland in unterschiedlichen Dosierungen erhältlich. Bestimmte Dosierungen sind nur von einem Arzt erhältlich, und es braucht ein Rezept, wenn diese in der Apotheke gekauft werden sollen. Freiverkäufliche Melatoninpräparate finden sich zum Beispiel in verschiedenen Nahrungsergänzungsmittelshops im Internet oder im stationären Handel. Die günstigste Variante ist hier meistens der Onlinehandel. Dieser hat außerdem den Vorteil, dass für Bestellung und Annahme der Ware nicht das Haus verlassen oder ein umständlicher Umweg in der Freizeit gemacht werden muss. Das spart auf jeden Fall Zeit.
Bei Unsicherheit, welches Melatoninpräparat das richtige ist, oder bei Wert auf eine umfassende persönliche Beratung ist die Apotheke eine gute Wahl.
Melatonin in der Nahrung
In tierischen Produkten kommt Melatonin nur in sehr geringer Konzentration vor. Anders verhält es sich mit unverarbeiteten, pflanzlichen Produkten. Eines der melatoninreichsten Lebensmittel sind Cranberrys. Die leckeren Wunderbeeren, die auch als Superfood gelten, haben bis zu 9.600 µg Melatonin auf 100 Gramm Trockenmasse. Auch Tomaten, Paprika, verschiedene Pilze wie der Gemeine Steinpilz oder der Echte Pfifferling, Mais und Reis enthalten Melatonin.
Pflanzliche und tierische Produkte im Vergleich: Während Cranberrys auf rekordverdächtige 9.600 µg Melatonin pro 100 Gramm kommen können und der gemeine Steinpilz in getrockneter Form immerhin noch auf 680 µg pro 100 Gramm, sind es bei Eiern lediglich 0,15 µg Melatonin auf 100 Gramm.
Viel Obst und Gemüse wirken sich also auf jeden Fall positiv auf den Körper aus. Eine gesunde Ernährung lohnt sich, und das nicht nur, wenn es um die Produktion von Melatonin geht.
Natürliche Maßnahmen gegen Schlafmangel
Schlafmangel ist eine der Hauptursachen, wenn es um Melatoninmangel geht. Wenn die Einnahme von Melatonin vermieden werden soll oder aus einem anderen Grund zunächst natürliche Maßnahmen gegen Schlaf- und Melatoninmangel ausprobiert werden sollen, dann bieten sich die folgenden an:
- gesunde Ernährung: Die Ernährung hat starke Auswirkungen darauf, wie Menschen schlafen. Auch im Darm wird Melatonin produziert. Magen und Darm sollten mit der richtigen Ernährung gesund gehalten werden. Unterstützend funktionieren außerdem melatoninreiche Lebensmittel. Das sind zum Beispiel Tomaten oder Erbsen. In geringen Mengen kommt das Hormon auch in Reis und Walnüssen vor.
- Abendritual: Um dem Körper zu signalisieren, dass es bald Zeit zum Schlafen ist, eignet sich ein abendliches Ritual, das kurz vor dem Schlafengehen durchgeführt wird. Am besten eignet sich hier etwas Entspannendes ohne Technik. Zum Beispiel eignen sich leichte Yoga- und Atemübungen, ein paar Seiten in einem Lieblingsbuch, ein kurzer Abendspaziergang oder ein leckerer Kräutertee - ohne Koffein natürlich.
- Anstrengungen vermeiden: Leichte Entspannungsübungen oder eine kleine Yogasession am Abend sind kein Problem. Es sollte jedoch vermieden werden, anstrengende Sportarten auf die Stunden kurz vor dem Schlafen gehen zu legen. Dadurch werden Stoffwechsel und Kreislauf angeregt, was dem Einschlafen entgegenwirkt.
- PC, Smartphone und TV ausschalten: Technische Geräte wie PC, Smartphone und Fernseher sollten vor dem Schlafengehen ausgeschaltet bzw. am besten einige Zeit vorher beiseitegelegt werden. Das künstliche Licht dieser Geräte lässt den Körper schwerer in seinen abendlichen Ruhemodus gleiten, was zu Schlafstörungen und einer verminderten Melatoninproduktion führen kann. Das lichtempfindliche Schlafhormon wird nicht gebildet, solange der Körper dem Licht von Bildschirmen ausgesetzt ist.
- weitere Lichtquellen: Das Aufleuchten des Smartphonedisplays, weil nachts um 1 Uhr noch eine Nachricht eintrudelt, die Straßenlaternen in der Großstadt oder der Fernseher, der zum Einschlafen angelassen wird: Nachts wimmelt es in vielen Schlafzimmern von Lichtquellen. Viele Menschen haben das Gefühl, sie können ohne ein kleines Licht nicht einschlafen, sie mögen die Dunkelheit nicht oder genießen das leise Gemurmel aus dem Fernseher. Diese Vorlieben können jedoch fatal für den Schlafrhythmus sein. Das Schlafhormon Melatonin wird nur bei Dunkelheit gebildet. Zuviel Lichteinstrahlung hemmt die Bildung des Hormons, was schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann. Deswegen sollten am besten alle Lichtquellen im Schlafzimmer eliminiert werden. Elektrische Geräte sollten ausgeschaltet oder über Nacht in einen anderen Raum gelegt werden, und Vorhänge oder Jalousien sollten ganz zugezogen werden.
- feste Schlafenszeiten: Nur noch eine Folge Netflix, nur noch das Kapitel zu Ende lesen und nur noch ein Drink in der Bar - gerne werden bestimmte Dinge hinausgezögert, und deshalb landet man oft später im Bett als eigentlich geplant. Unregelmäßige Schlafenszeiten sind jedoch nicht gut für den Körper. Am besten funktioniert die Melatoninbildung, wenn Menschen jeden Tag zur gleichen Zeit schlafen gehen und aufstehen. Einige Forscher bezeichnen die Zeit zwischen 22 Uhr und 2 Uhr nachts als die wichtigste Zeit für die Produktion von Melatonin.
- Serotoninwerte prüfen: Serotonin ist essenziell zur Produktion von Melatonin. Fehlen bestimmte Mikronährstoffe wie Mineralien und Vitamine, hat der Körper keine Chance, Serotonin und damit Melatonin zu bilden. Im Zweifelsfall sollte durch einen Arzt überprüft werden, ob die Serotoninwerte im Normalbereich sind.
Melatoninmangel kann zahlreiche Ursachen haben. Die genannten Tipps können dabei helfen, herauszufinden, ob diese Maßnahmen im persönlichen Fall die Melatoninproduktion ausreichend anregen.
Melatoninmangel als Folge der modernen Welt?
Melatoninmangel ist keine moderne Erkrankung, die es erst seit einigen Jahren gibt. Trotzdem stellt sich die Frage, ob bestimmte Elemente aus der heutigen Zeit für einen Mangel des Schlafhormons prädestinieren. In Zeiten von Diskussionen um die Work-Life-Balance, Home Office, ständiger Erreichbarkeit und flexiblen Arbeitszeiten sind Stress und Überstunden in bestimmten Branchen fast schon vorprogrammiert. Das macht ein Abschalten - auch nachts - für den Körper sehr schwer.
Auch die immer größere Breite an technischen Geräten im Haushalt hat Einfluss auf die Schlafqualität und auf die Melatoninproduktion. Nach Feierabend werden Nachrichten über WhatsApp, SMS oder andere Nachrichtendienste auf dem Smartphone ausgetauscht. Die Einkaufsliste ist in der Notizfunktion gespeichert und zum Abendessen wird das Rezept nachgekocht, das im neuesten YouTube-Video gesehen wurde. Anschließend wird beim Netflix schauen entspannt, durch Instagram gescrollt oder ein Computerspiel gespielt.
Was nach einem stressigen Tag eine willkommene Ablenkung ist, kann den Schlafrhythmus empfindlich stören. Das blaue Licht der Displays von Smartphone, Tablet oder Laptop suggeriert dem Körper, dass es immer noch Tag ist. Dadurch gelangt er nicht in den so wichtigen Ruhemodus.
Obwohl Melatoninmangel also kein ausschließliches Problem der modernen Welt ist, können technische Geräte und andere Faktoren die Produktion des Hormons durchaus empfindlich beeinflussen.
Melatonin im Kurzüberblick
Melatonin ist ein umfassendes Thema, bei dem es um viele verschiedene Einflussfaktoren geht. Denn das Schlafhormon, genauso wie seine Auswirkung auf den Körper und die Ursachen eines Mangels, steht nicht nur für sich allein. Was beim Thema Melatonin und Melatoninmangel wichtig ist:
- Melatonin ist ein körpereigenes Hormon. Das bedeutet, dass der Körper es theoretisch selbst in ausreichenden Mengen produzieren kann. Für die Produktion von Melatonin ist der Botenstoff Serotonin, auch als Glückshormon bekannt, essenziell. Melatonin wird zum größten Teil im Gehirn in der Zirbeldrüse gebildet.
- Ein Melatoninmangel kann durch einen unregelmäßigen Schlafrhythmus (z. B. durch Schichtarbeit), durch technische Geräte am späten Abend, Koffein, einen Serotoninmangel oder zu viel Lichteinstrahlung in der Nacht gefördert werden. Diese Faktoren hemmen die körpereigene Melatoninproduktion.
- Melatoninmangel kann gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Dazu gehören zum Beispiel Schlafstörungen, Depressionen, Stimmungsschwankungen oder Migräne.
- Ein abgedunkeltes Schlafzimmer, kein Smartphone direkt vor dem Schlafengehen, feste Schlafenszeiten und eine gesunde Ernährung unterstützen den Körper bei der Bildung von Melatonin.
- Melatonin gibt es zur externen Einnahme, die die körpereigene Produktion unterstützt. Hohe Dosierungen dürfen nur von einem Arzt verschrieben werden während niedrigere Mengen an Melatonin im freien Handel erhältlich sind. Letztere sind als Hilfe gegen Einschlafstörungen oder zur kurzfristigen Bekämpfung eines starken Jetlags gedacht.
- Die Konsultation eines Arztes ist bei der Einnahme von Melatoninpräparaten auf jeden Fall empfohlen, Dosierungshinweise und Einnahmezeitraum sollten nicht überschritten werden. In den meisten Fällen wird das Medikament abends vor dem Schlafengehen genommen.
Fazit Melatonin: externe Einnahme notwendig?
Der Körper ist zu faszinierenden Dingen imstande. Dazu gehört auch die Fähigkeit, einen gesunden Tag-Nacht-Rhythmus aufrechtzuerhalten. Aus der Aminosäure Tryptophan und einigen anderen Vitaminen und Mineralstoffen entsteht Serotonin, welches maßgeblich an der Produktion des Schlafhormons Melatonin beteiligt ist. Melatonin ist überlebenswichtig für den Körper.
Durch äußere Einflüsse und das eigene Verhalten im Alltag ist es dem Körper jedoch nicht immer möglich, ausreichend Melatonin für einen gesunden Schlaf zu produzieren. Gelingt es nicht, die körpereigene Produktion von Melatonin mit natürlichen Mitteln anzuregen, dann empfiehlt sich die Einnahme eines unterstützenden Präparats. Ausführliche Beratung gibt es hierzu bei einem Arzt oder in der Apotheke. Einfach, zeitsparend und kostengünstig hingegen ist der Onlinehandel.
So oder so gilt: Mit Melatoninmangel ist nicht zu spaßen. Darum sollte sich rechtzeitig gekümmert werden, um den Körper zu entlasten und keine gesundheitlichen Folgen zu riskieren.
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